Schönhagen entwickelt im Text eine historische Perspektive auf die Evolution von PR und Journalismus. Schwerpunkt ist die Wechselwirkung bei der Entstehung der PR.
Kernaussagen:
Sehr unterschiedliche wissenschaftliche Ergebnisse, ob und inwieweit PR die Berichterstattung steuern kann.
Das ist Hintergrund der Hypothese, Journalismus und PR als interdependente Systeme zu sehen.
Systematische Öffentlichkeitsarbeit gibt es schon seit Beginn des 20. Jhd. von Behörden und Unternehmen.
Abgrenzug der PR von der Propaganda: Zwar handelt es sich jeweils um persuasive Kommunikation, mit Propaganda verbindet sich allerdings neben dem Ideologiebezug ein totalitärer Absolutitätsanspruch, der bei PR nicht gegeben ist. Wichtig ist dabei die ausdrückliche Berücksichtigung und Thematisierung konkurrierender Sichtweisen.
Journalismus wird dagegen erwähnt als Vertreter nicht partikularer Interessen wie die PR, sondern autonome Fremdbeobachtung und Vermittlung leitet.
These von 1930: PR sei Gegengewicht / Gegenreaktion gegen Journalismus (Pressestellen und -Referaten), die von Interessengruppen bis hin zu Staats- und Gemeindebehörden übernommen worden seien.
Motivkomplexe zur Entstehung der Pressearbeit:
Verfälschte Berichterstattung / Parteilichkeit der Medien - Fallbeispiele von 1875 und 1912 (!), in denen mangelnde Information der Journalisten für "schlechte" Berichterstattung verantwortlich gemacht wird.
Zielgruppen nur über Massenmedien erreichbar - Fallbeispiel 1920. Zunehmende Ausdifferenzierung der Gesellschaft und damit Zunahme der Beobachterperspektiven.
Öffentlichkeitsarbeit sei auch eine Reaktion auf das Glaubwürdigkeitsproblem von Anzeigen und eigenen Medien (wie auch Amtsblättern) - Fallbeispiel 1848 (!)
These: Öffentlichkeitsarbeit ist nicht anrüchig, sondern vor diesem Hintergrund ein legitimes Mittel. Sie sichert auch unter Bedingungen knapper Ressourcen und Zugangsbeschränkungen der Medien Randgruppen Zugang dazu.
Anschließende ausführliche Diskussion der These...