Disterer_Wissensmanagement bei AnwältenThis is a featured page


Autor: Georg Disterer, Hrsg: zfwm Zentrum für Wissensmanagement, Fachbereich Wirtschaft, Fachhochschule Hannover, erschienen vermutlich 2003
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Grundthese (S. 2):

"Die Bedeutung der Ressource Wissen und die Notwendigkeit des systematischen und methodischen Umgangs mit Wissen betrifft besonders Anwälte, Kanzleien, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Unternehmensberater". Denn "Wissen" ist wesentlicher Teil der Dienstleistung (Faktenwissen und Erfahrung).

Hinzu kommt (f):
  • Zeitdruck, Konkurrenz und Wettbewerbsdruck nehmen zu, Notwendigkeit zu Effektivität und Effizienz: Systematisierung in Form von Mustern, Checklisten, Prozessmodellen
  • Wissensaustausch ist besonders für beratende Kanzleien wichtig (S. 3)
  • Spezialisierung erfordert Arbeitsteilung
  • Fluktuation nimmt zu. Spezialwissen geht verloren, jeweilige Standards müssen dafür schnell vermittelt werden

Traditionelle Vorgehensweise bei Anwälten (S. 7)

  • Schon "immer" Sammlungen, Datenbanken für Vergleiche
    • Vollmachtserklärungen
    • Honorarvereinbarungen
    • Gesellschafterbestellungen
    • Entscheidungssammlungen
    • Fachartikel / Kommentare
  • Die meisten Erfahrungen im WM mit diesen Sammlungen waren wohl ernüchternd (S. 8)
    • nicht aktuell
    • bruchstückhaft
    • Zugang mühevoll
    • Sammlung wenig systematisch
    • Aufwand zu hoch
    • Arbeitsteilung funktioniert nicht
    • Heterogenität der Quellen wird nur schwer überwunden
  • Auch verbreitet: Leverage / Zuordnung zu Partnern (Mentorenmodell). Verstärkt Spezialisierung.


Ziele des Wissensmanagements bei Anwälten (S. 10):

  • Einzelkämpferdenken überwinden, Synergien nutzen - Stichwort: Unternehmenskultur !
  • Wiederverwendung vorhandenen Wissens soll gefördert werden
    • Lösung 1: Wiederbetrauung des beauftragten Mitarbeiters.
      • Voraussetzung: Transparenz wer wann was gemacht hat.
      • Fähigkeit zur Delegation
    • Lösung 2: Weitergabe, falls dokumentierbar
      • Generell noch schwieriger
      • Wen fragen? Wo soll gesucht werden? Nach welchem Muster?
  • Zugang zu vorhandenem Wissen soll beschleunigt werden (S. 11)
  • Vereinheitlichung der Vorgehensweisen
  • Verbesserte Einarbeitung und Trainings


Wissensarbeiten bei Anwälten sowie Ansätze (S. 12 ff):

Administratives Wissen

KennzeichenAnsatz
Laufendes GeschäftKanzleisoftware
Infos über MandantenInformationssysteme
Überwiegend explizit
Meist interne Quellen


Deklaratives Wissen


KennzeichenAnsatzBeispiel
Rechts- und FaktenwissenFormale Aus- und WeiterbildungZwangsvollstreckungen (S. 15 f)
Normen, Regeln, ZusammenhängeAuswertung von Fachliteratur
überwiegend expliziNutzung (externer) Datenbanken
interne und externe QuellenElektronische Speicherung und Weitergabe

Nutzung von (elektronischen) Verteilern


Prozeduales Wissen

Kennzeichen
Ansatz
Beispiel
HandlungswissenAnfertigung und Pflege von Mustern, Checklisten, etc. Zwangsvollstreckungen (S. 15 f)
Kenntnisse im Umgang mit RechtEtablierung standardisierter Vorgehensweisen
Implizit und ExplizitSystematische Erstellung und Weitergabe von Memos u.a.
Interne und externe QuellenAnerkennung der Dokumentations- und Entwicklungsarbeit (eigene Hervorhebung)
Aneignung durch: Einarbeitung, Training on the job



Analytisches Wissen

KennzeichenAnsatzBeispiel
ErfahrungswissenErstellen von ErfahrungsberichtenKonkursverwaltung- und abwicklung (S. 16)
Kenntnisse der AnwendungSchaffung für Foren (oder Blogs) für Austausch
überwiegend implizitVerzeichnis von Erfahrung und Erfahrungsträger
Quellen: Kommentare, Anmerkungen, Erfahrungsberichte > Best-Practice, FallstudienAnerkennung der Dokumentations- und Entwicklungsarbeit (eigene Hervorhebung)
Meta-Wissen: Wer weiß was?




Barrieren des Wissensmanagements (S. 16 f):

  • Immer wichtig: Nachhaltige Unterstützung und Förderung, nichts passiert von allein
  • "Wissen als Schatz, der hüten ist" (S. 17)
  • Ausbildung zur Individualität
  • Wissensaustausch manchmal zusätzlicher Aufwand
  • Vertrauen: Fragen stellen, Weitergeben
  • Datenbanken allein bringen nichts, Wissensmanagement ist interdisziplinär und Querschnittsaufgabe von Organisation, Team, Technik - versteht sich


















































Hier wäre zumindest eine Datenbank oder gleich ein Wiki ein Instrument.









































Prozeduales Wissen: Anwendungsfall für Soziale Software wie Wikis und Blogs... (S. 13 f)















Analytisches Wissen: Anwendungsfall für Soziale Software wie Wikis und Blogs... (S. 14)


MichaelLudwigHöfer
MichaelLudwigHöfer
Latest page update: made by MichaelLudwigHöfer , Apr 23 2009, 3:59 PM EDT (about this update About This Update MichaelLudwigHöfer Edited by MichaelLudwigHöfer

4 words added
1 word deleted

view changes

- complete history)
More Info: links to this page
There are no threads for this page.  Be the first to start a new thread.
Adobe Portable Document Format WM bei Anwälten 21 Seiten.pdf (Adobe Portable Document Format - 186k)
posted by MichaelLudwigHöfer   Apr 22 2009, 4:48 PM EDT
This attachment has no description.

Related Content

  (what's this?Related ContentThanks to keyword tags, links to related pages and threads are added to the bottom of your pages. Up to 15 links are shown, determined by matching tags and by how recently the content was updated; keeping the most current at the top. Share your feedback on Wetpaint Central.)